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Schmerzen und Schmerztherapien

Durchschnittlich jeder zweite Krebspatient klagt im Verlauf seiner Krankheit über behandlungsbedürftige Schmerzen, in fortgeschrittenen Stadien sind es sogar 70 Prozent. Manche geraten in einen regelrechten Teufelskreis: Schmerzen lösen Angst aus; wer Angst hat, ist angespannt und bekommt dadurch mehr Schmerzen, die wiederum die Angst vergrößern.­­

Das einfache „Ertragen“ von Schmerzen verschlimmert die Situation, eine professionelle Schmerztherapie dagegen hilft weiter. Dazu gehören zunächst immer Maßnahmen zur Verkleinerung des Tumors, also Operation, Chemo- und Strahlentherapie. Wenn die Schmerzen dennoch bleiben, müssen sie wie eine eigene Krankheit behandelt werden.

Individuelle Schmerztherapie

Eine Schmerzbehandlung ist bei mehr als 95 Prozent aller Krebs-patienten erfolgreich, das heißt die Schmerzintensität wird auf ein für den Patienten akzeptables Niveau abgesenkt. Neben der medikamentösen Therapie wird eine Reihe von anderen Verfahren eingesetzt, darunter die Bestrahlung, die Blockade von Nerven, physikalische Maßnahmen wie Massagen und Krankengymnastik, die Nervenstimulation, die Akupunktur, psychologische Verfahren und nicht zuletzt die mäßige, aber regelmäßige körperliche Aktivität.

Medikamentöse Schmerztherapie

Zwei große Gruppen von Schmerzmedikamenten stehen für die  Behandlung zur Verfügung: Die „leichteren“ Schmerzmittel wirken in der Regel am Ort der Schmerzentstehung. Zu dieser Gruppe gehören Präparate wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Paracetamol. Ein Teil dieser Präparate kann zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führen. Wenn sie – wie bei Krebspatienten nicht selten – über längere Zeit eingenommen werden müssen, empfiehlt sich die zusätzliche Einnahme eines Magenschleimhaut-schützenden Präparates.

Schwache und starke Opioide

Die zweite große Medikamentengruppe wirkt nicht am Ort der Schmerzentstehung, sondern beeinflusst die Schmerzweiterleitung und -verarbeitung im Rückenmark und im Gehirn. Der bekannteste Wirkstoff ist das Morphin. Es handelt sich dabei um einen Bestandteil des aus dem Schlafmohn stammenden Opiums, weshalb Medikamente dieser Gruppe auch als Opioide bezeichnet werden. Je nach Ausmaß der schmerzlindernden Wirkung unterscheidet man schwache und starke Opioide. Morphin gilt als starkes Opioid. Tramadol, Tilidin oder Codein besitzen lediglich ein Zehntel der Morphin-Wirkstärke und zählen deshalb zu den schwach wirksamen Opioiden.

Medikamente regelmäßig einnehmen!

Neben diesen Schmerzmitteln im engeren Sinne setzen wir zur Schmerzbekämpfung auch andere Medikamente ein: Bestimmte Antidepressiva können ebenso wie manche krampflösende Mittel die Schmerzempfindung dämpfen; Bisphosphonate bekämpfen Knochenschmerzen durch Hemmung des Knochenabbaus.

Wichtig für Patienten mit Dauerschmerzen ist es, die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Wer jedes Mal wartet, bis der Schmerz durchbricht, riskiert eine Verschlimmerung seines Zustandes. Denn durch die immer wiederkehrenden Schmerzen „trainiert“ der  Organismus die Übertragung von Schmerzsignalen, es bildet sich ein „Schmerzgedächtnis“, die Schmerzattacken verschlimmern sich.

Selbst aktiv werden

Eine Schmerztherapie stützt sich in den seltensten Fällen allein  auf Medikamente. Wenn die Schmerzen erträglich geworden oder sogar ganz verschwunden sind, empfehlen sich häufig Maßnahmen wie Massagen, Bäder oder Krankengymnastik. Dadurch lassen sich beispielsweise schmerzverursachende Fehlhaltungen korrigieren. Zusätzlich wirkt die körperliche Aktivität stress- und schmerzreduzierend.

Onkologie Bochum

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