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SAPV - Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Seit ungefähr acht Jahren existiert in Deutschland die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die unheilbar erkrankte Patienten mit hohem Betreuungsbedarf zuhause in Anspruch nehmen können. Das Hauptziel besteht darin, dem Patienten ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

Palliativmedizin: In dem Wort steckt das lateinische pallium für Mantel. Eine schützende Hülle für den schwerkranken Patienten wollen entsprechend ausgebildete Mediziner und sogenannte Palliative-Care-Schwestern ihren Patienten bieten. Dabei geht es immer um den ganzen Menschen und auch um seine direkte Umgebung. Patientenleid zu lindern und die Belastung von oftmals verängstigten, verzweifelten oder überforderten Angehörigen zu verringern ist ein erklärtes Ziel der Palliativ-medizin.

SAPV-Strukturen noch nicht bundesweit verfügbar

Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund bereits im Jahr 2008 die Voraussetzungen für die Verordnung von Leistungen nach der sogenannten Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) geschaffen. Nach einer eher schleppenden Anlaufphase kommt die flächendeckende Versorgung mittlerweile voran (siehe Kasten). Die Krankenversicherungen übernehmen die Finanzierung der SAPV-Dienste.

Die SAPV ist kein „besserer Pflegedienst“, sondern übernimmt gegebenenfalls die Koordination ärztlicher und pflegerischer Maßnahmen zuhause. Die Pflege als solche bleibt auch weiterhin die Aufgabe des Pflegedienstes und der Hausarzt macht nach wie vor seine Routine-Hausbesuche. Aber: das Team der SAPV ist für die Angehörigen rund um die Uhr erreichbar und kümmert sich auch in Krisensituationen um schnelle Hilfe.

Verordnung durch den Hausarzt

Mitglied im SAPV-Team sind unter anderem speziell ausgebildete Palliativmediziner, die auch am Wochenende und an Feiertagen Hausbesuche machen oder Medikamente verordnen können. Auf diese Weise lassen sich Krankenhauseinweisungen oft vermeiden. Ebenfalls im Team sind meist auch Seelsorger der großen Weltreligionen, denn die spirituelle Begleitung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Palliativmedizin. Dabei geht es keinesfalls um irgendeine Form der Missionierung, sondern um das Angebot, sich auszutauschen über Gedanken, die für die letzte Lebensphase typisch sind.

Die SAPV bildet einen wichtigen Baustein in der gesamten Palliativversorgung einer Region. Über ihren Einsatz entscheidet letztlich der Hausarzt, der den Patienten begleitet. Er verordnet den Einsatz und sorgt so für die Finanzierung durch die Krankenversicherung des Patienten.

Empathie für Patienten entscheidend

Palliativversorgung bedeutet Leiden zu lindern. Den Satz „Wir können nichts mehr für Sie tun“ sollte eigentlich keinem Arzt über die Lippen kommen – erst recht aber keinem Palliativmediziner, ganz einfach, weil er nicht zutrifft. Psychosoziale, spirituelle und medizinische Versorgung ermöglichen tatsächlich ein menschenwürdiges Leben bis zum Schluss. Dazu braucht man Kompetenz und Empathie für die betroffenen Patienten.   

Wo finde ich das nächste SAPV-Team?

Bereits 2008 hat der Gesetzgeber den Anspruch jedes Krankenversicherten auf die SAPV in § 37b des Sozial-gesetzbuches V (SGB V) formuliert. Über die Versorgungsmöglichkeiten in unserer Region können Sie sich auch im Internet informieren: Palliativ-Portal

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